Was Freiwillige erzählen

Es gibt viele Gründe und Motive, sich freiwillig zu engagieren. Sinnstiftung, Persönlichkeitsentfaltung, Selbsterfahrung oder Anerkennung und Bestätigung sind nur einige davon. Eines steht dabei immer im Mittelpunkt: Freundschaft und Gemeinschaft.

Anneliese A. - Sinn des Lebens

Ich wurde im Jahr 1938 geboren. Ich habe vier Kinder und sechs Enkelkinder. Vor nun einem Jahr habe ich auf tragische Weise meinen Mann verloren.

Fünf Monate bin ich nach dem plötzlichen Tod meines Gatten im „Kreise gelaufen“. Durch Zufall sah ich im Fernseher Dr. Küberl von der Caritas. Am nächsten Tag holte ich mir die Adresse der Caritas Innsbruck und ersuchte um einen Termin. Noch am selben Tag bekam ich einen Rückruf von Sr. M. Verena. Wir haben uns dann in Kufstein getroffen.

Eine Woche später habe ich im Heim St. Raphael in Innsbruck angefangen. Vom ersten Tag an wurde ich herzlich aufgenommen, für mich war es ein Glücksfall. Wenn ich abends nach Kufstein zurück fahre, geht es mir sehr gut. Am Donnerstag helfe ich im Tierheim Kirchbichl, da gehe ich mit den Hunden spazieren. Meine große Leidenschaft, der Garten, kann ich bei einer alten Frau ausleben.

Der Höhepunkt war für mich aber der Vortrag von Frau Carola Schaaf-Derichs aus Berlin “Freiwilliges Engagement als Sozialkapital sichtbar machen“, dem ich am 17. Und 18. Mai 2001 beiwohnte. Ich kann nur alle dazu aufrufen: „Gebt eurem Leben einen Sinn, engagiert euch, die Caritas hat für jeden eine Aufgabe!“

„Sinnlosigkeit verhindert die Fülle des Lebens und bedeutet darum Krankheit! Sinn macht vielen vielleicht alles ertragbar“, um es nach C.G. jung zu sagen.(4.Juni 2001)

Gabi K. - Freude am Geben

Immer wieder kam mir der Gedanke freiwillig im sozialen Bereich zu arbeiten. Zugleich aber auch die Bedenken vor neuerlicher Verpflichtung, Verantwortung und Abhängigkeit. Dann hörte ich im Rundfunk von der Gründung einer neuen Organisation – dem Freiwilligenzentrum Tirol.

Meine Überlegung war: was kann ich – was tue ich gerne – kann ich damit anderen helfen und zwar so, dass meine Hilfe nicht zur Pflichtübung, sondern zur Freude und Lust am Geben wird.

Mit dieser simplen Vorstellung meldete ich mich bei Sr. M. Verena und fand bei ihr ein offenes Ohr, Verständnis und sofortige Hilfe bei der Suche nach einem geeigneten Arbeitsbereich. Jetzt verbringe ich einen Teil meiner Zeit im St. Josefsinstitut in Mils. Mit viel Freude, Begeisterung und Erfolg führe ich geistig Behinderte zum kreativen Malen und Zeichnen.

Heute weiß ich, meine Entscheidung war für uns alle richtig.

Kurt M. - Schön zu helfen

Mir hat die Arbeit sehr gut gefallen, nicht zuletzt, weil ich merkte, dass sie mit mir recht zufrieden waren.

Am Anfang war ich etwas ungeduldig und wollte gleich voll loslegen, dafür ist die Stelle aber nicht unbedingt geeignet, da man sich in die Arbeitsschritte erst einarbeiten muss und die Arbeitsbereichvergabe/-einteilung respektieren muss. Das ist wohl fast überall so. Ich habe aber einen kleinen Einblick in die „Szene“ bekommen für den ich sehr dankbar bin.

Wenn ich wieder für einige Zeit in Tirol bin, dann melde ich mich wieder. Ansonsten hat meine Mutter gemeint, dass sie gern auch bei der Kleiderausgabestelle helfen möchte.

Ich bin froh, daß es so eine Einrichtung wie das Freiwilligenzentrum gibt und Wünsche Dir/Euch alles gute für die Zukunft.